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05.07.2019, 17:11 Uhr
ÖKONOMISCHE KOMPETENZEN STÄRKEN
CDU Ratsfraktion
 WERKSTATTGESPRÄCH DER CDU-LANDTAGSFRAKTION

Ein Tweet einer jungen Dame in 2015 bringt das Dilemma vieler Jugendlicher bei ökonomischen Fragen, und somit auch auf die Vorbereitung auf ein Erwachsenenleben, gut auf den Punkt: „Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherung. Aber ich kann ´ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“ Aufgabe der Schule, gerade in der Sekundarstufe I, ist es die Schüler zu entwickeln. Schülerinnen und Schüler sollen befähigt sein ihre Interessen in der heutigen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mündig zu vertreten, sachkundig zu urteilen und verantwortungsvoll zu handeln. Wir wollen junge Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben in unserer Gesellschaft vorbereiten. Aus diesem Grund haben wir die Einführung des Schulfaches Wirtschaft an allen weiterführenden Schulen etabliert. Bereits zum kommenden Schuljahr 2019/2020 erfolgt die Einführung bei den G9-Gymnasien, die weiteren Schulformen der Sekundarstufe 1 folgen zum Schuljahr 2020/2021.

Düsseldorf - Baden-Württemberg hat das Fach „Wirtschaft / Berufs- und Studienorientierung“ bereits 2017 eingeführt. Durch die guten ersten Erfahrungen sind wir besonders erfreut, dass wir für unser Werkstattgespräch „Ökonomische Kompetenzen stärken – Schulfach Wirtschaft“ viel Know-How aus Baden-Württemberg einladen konnten. Der baden-württembergische Staatssekretär des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport, Volker Schebesta, berichtete den Gästen aus Wirtschaft und Schule über die Umsetzung und Planung des Schulfachs Wirtschaft in seinem Bundesland. Weitere Impulsgeber für die Diskussionsrunde waren Prof. Dr. Nils Goldschmidt, Professor für kontextuale Ökonomik und ökonomische Bildung sowie Direktor des Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung an der Universität Siegen, Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Eva Marie Haberfellner, Leiterin der Bildungsinitiative „Wirtschaft Verstehen Lernen“ der Dieter von Holtzbrinck Stiftung sowie Jun.-Prof. Dr. Michael Weyland, Leiter der Abteilung für Wirtschaftswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Durch den Abend leiteten unserer schulpolitischer Sprecher Frank Rock und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Petra Vogt.

Die soziale Marktwirtschaft wurde vor 70 Jahren mit den „Düsseldorfer Leitsätzen“ auf den Weg gebracht und ist seit dem tief in unserer Gesellschaft verankert. Daher ist es grob fahrlässig in einer marktorientierten Gesellschaft Jugendlichen im Rahmen ihrer Sozialisierung das Erlernen einer marktwirtschaftlichen Sichtweise auf die Welt nicht zugänglich zu machen. Dabei waren sich die Expertinnen und Experten gestern Abend einig. Man muss kein Befürworter des Kapitalismus sein, aber man muss ihn verstehen. Genau darum geht es auch beim Schulfach Wirtschaft: Eine spezielle Sichtweise auf die Welt zu verstehen, sie sachlich bewerten zu können und gesellschaftliche Zusammenhänge zu erkennen. Um dies zu erlernen ist ein weiterer wichtiger Punkt beim Schulfach Wirtschaft die richtige Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Die fängt natürlich beim Lehramtsstudium an. Hier ist es bedeutsam, das beim Studienangebot für Wirtschaftslehrer auf die spezifischen Bedingungen für Wirtschaftsdidaktik eingegangen werden muss. Um Prozesse in Unternehmen besser verstehen zu können, sollte auch auf ein verpflichtendes Praktikum geachtet werden. Nur wenn man in der Praxis erlebt hat, lassen sich Inhalte gut und verständlich vermitteln. Ein Praktikum in einem Wirtschaftsunternehmen sollte auch bei der Weiterbildung von Lehrkräften auf dem Programm stehen. Generell ist ein kooperatives Verhältnis zwischen Schulen und Unternehmen förderlich bei der Vorbereitung auf ein späteres Berufsleben.  

Das Werkstattgespräch hat wieder einmal gezeigt, dass unser Dreiklang „Zuhören. Entscheiden. Handeln“ der richtige Weg ist, um für und mit den Menschen in Nordrhein-Westfalen Politik zu machen. Den produktiven Input werden wir in die weitere Planung für das Schulfach Wirtschaft aufnehmen und versuchen so die richtigen Schwerpunkte zu setzen. Wir sind uns sicher, dass die Praktikerinnen und Praktiker diesen Prozess weiter positiv begleiten werden.

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